Sonntag, 26.07.2009. Bei bestem Sommerwetter geht es heute hinaus zur Bike Expo 2009 in München. Nach der Qualifikation am Samstag findet heute das Finale beim "Big in Bavaria" Dirt Jump Wettbewerb der Mountainbiker statt. Auf dem flachen Gelände ist für den Start ein aufwändiger, gut 10m hoher Turm notwendig, damit die Biker ausreichend Schwung für den etwa 180m langen Parcours mit etwa einem halben Dutzend Sprüngen bekommen.

Dirt Biker
Dirt Biker

Die Sonne brennt auf das ausgedehnte Gelände und grillt die 16 Biker, Fotografen, Streckenposten, Punktrichter und Zuschauer (geschätzt 3000-4000) gleichermaßen. Einige sehen schon recht "Hummer-ähnlich" aus. Die Wasserversorgung der Streckenposten muss dann aber auch richtig "stilecht" ausfallen.

Das Warm-up der Fahrer bietet schon mal Gelegenheiten zum ausgiebigen Experimentieren. Vom Streckenrand aus reichen Brennweiten zwischen 70mm und 200mm  (KB-äquivalent) voll aus. Gut, so kann das schwere Tele bei der Hitze in der Tasche bleiben. Die Fotografen im abgesperrten Bereich haben es gut: Näher dran kann man bestimmt gute Weitwinkel Aufnahmen machen. Das kann aber manchmal auch ganz schön eng werden:

Knapp daneben
Knapp daneben

Der Fahrer war nach dieser Begegnung der dritten Art jedenfalls ziemlich sauer. Für den Absprung brauchen die Fahrer schließlich eine steile Rampe, um abzuheben. Umgekehrt sorgt eine steile Rampe bei der Landung für das notwendige Gefälle. Daher sieht ein Fahrer erst im Sprung, wo er denn landen wird. Ist die "Landepiste" dann schon von einem Fotografen besetzt, ist das eine üble Überraschung für den Fahrer. Ich glaube, man sieht ihm das auf diesem Bild an. Glücklicherweise ging dies hier noch glimpflich aus.

Nach solch einem "Beinahe-Zusammenstoß" ist man mit dem Platz hinter der Absperrung dann doch wieder deutlich zufriedener.

Auf den ersten Sprüngen haben die Fahrer natürlich besonders viel Schwung. Hier können sie also ganz große Sprünge machen und Front Flips oder Back Flips vorführen. Auf den letzten Sprüngen reicht der Schwung dafür meist nicht mehr aus. Trotzdem bekommt man auch da noch einiges zu sehen. Im letzten Sprung geben die Fahrer noch mal alles, um vielleicht doch noch ein paar wichtige Punkte zu ergattern. In die Wertung gehen nur die besten zwei von insgesamt vier Durchläufen. Die Zählung der besten beiden Durchgänge sorgt jedenfalls für viel Spannung.

 

Nachdem Sam Pilgrim aus Großbritannien lange geführt hatte, wurde er im letzten Durchgang dann doch noch von dem Schweden Martin Söderström überholt und musste sich knapp geschlagen geben. Aber auch die deutschen Teilnehmer haben sich wacker geschlagen. Der Münchner Amir Kabbani gab alles und erreichte den 4. Platz hinter Darren Berrecloth aus Kanada. Gleich zweimal stürzte Amir an der letzten Schanze.

Zumindest für den unkundigen Zuschauer sah das doch recht übel aussahen. Von dem Platz am letzten Hindernis hatte man einen guten Überblick und zuckte doch einige Male erschrocken zusammen, wenn entweder ein Fahrer allein oder auch einmal nur das Bike weiter vorne über das Hindernis geflogen kam.

Trotzdem kamen die meisten Fahrer wohl mit blauen Flecken davon. Ein Fahrer musste leider nach einem Sturz ausscheiden.

Für den Fotografen sind jedoch nicht nur die spektakulären Sprünge interessant. Da jeder der 16 Fahrer 4 Durchgänge hat, gibt es bei insgesamt 64 Fahrten natürlich jede Menge Gelegenheiten. Auch die Landung bietet gute Möglichkeiten. Besonders wenn es die Lichtverhältnisse erlauben, die Belichtungszeit auf 1/30s herunterzuschrauben. Wenn Blende f/16 allein dafür noch nicht ausreicht, hilft auch noch ein Polfilter weiter.

Bei solchen Versuchen kann man natürlich viele Bilder gleich wegwerfen. Man hat leider nicht lange Zeit, um den Fahrer "einzufangen" und mit dem Objektiv der Bewegung zu folgen.

 

Rasante Landung
Rasante Landung

©2009 Jürgen Herr