Nach dem fürchterlichen Wetter im Laufe der Woche, versprach das Wochenende kaum Besserung. Lediglich für den Samstag war bis zum frühen Nachmittag wegen Föhn noch schönes, sonniges Wetter angekündigt. Also ging es am Samstag morgen zeitig los nach Tirol. Unser Ziel: der Wildtierpark Wildbichl in Niederndorferberg.

Von München aus erreicht man den Tierpark in etwa einer Stunde. So kamen wir einigermaßen früh an und konnten gleich feststellen, dass wir hier in den vollen Winter gefahren waren. Auf den Wiesen lag noch ein guter Meter Schnee. So hoch, dass auch die Gemsen und Hirsche die Wiesen meiden.

Direkt nach dem Eingang begrüsste uns erst einmal ein Wildkaninchen. Irgendwie war dies aus dem Gehege ausgebüxt. Das passiert anscheinend öfter, denn am Abschluss unserer Runde begegneten wir noch einem weiteren Ausreißer. Das Wildkaninchen Gehege ist recht übersichtlich und bietet deshalb einen guten Einblick. Selbst mit kürzeren Brennweiten sind hier Portraits machbar. Außerdem waren so ziemlich alle Alterstufen vertreten.

Weiter ging es auf dem Rundweg zu einer Voliere mit einem Schnee Eulen Pärchen. Sehr schöne Exemplare aber ich persönlich fotografiere nicht so gerne an Volieren. Das Gitter stört mich einfach zu sehr. Zudem saß das Männchen aber auch penetrant halb im Licht und halb im Schatten. Das war dann einfach zu viel Kontrast.

Also ging es weiter zu den Fasanen und den Gemsen. Da die Gemsen aber eher faul rumlagen und im tiefen Schnee auch so recht offensichtlich keine Lust zum Rumlaufen hatten (keine Spuren erkennbar) setzten wir unseren Rundweg fort. An den schön angelegten Teichen entlang (leider erst von einem einzigen Stockenten Pärchen bewohnt) ging es dann weiter zu den Nutrias.

Hier ging es recht lebendig zu: 3 Jungtiere sorgten für gehörige Action.

Nutria im Wildtierpark Wildbichl
Nutria im Wildtierpark Wildbichl

Auf den weiteren Stationen trafen wir noch auf Heidschnucken, Mufflons, Lamas (mit Jungtier), Volieren mit Uhus und einem Waldkauz, Luchse, Steinböcke und Hirsche (ich hoffe, ich habe nicht allzuviel vergessen). Das Luchsgehege ist recht ansprechend an einem Hang. Dies gibt die Gelegenheit auf Augenhöhe (oder tiefer) mit den Tieren zu fotografieren. Allerdings stört auch da das Gitter etwas. Wer so etwas vermeiden will muss dann wohl doch eher zu den Freigehegen im Bayerischen Wald fahren. Insgesamt aber war es ein lohnenswerter Ausflug, abgerundet durch die richtig gute Küche im Gasthof Wildbichl. Auf der Sonnenterrasse mit Blick auf den Wilden Kaiser schmeckte das Essen besonders gut. Und die nette Bewirtung darf ruhig auch mal erwähnt werden.

© 2009 Jürgen Herr