Sonntag, 18. Januar 2009

Es ist endlich mal wieder so weit. Obwohl das Wetter recht durchwachsen ist (weitgehend bedeckter Himmel, durch den die Sonne allenfalls diffus sichtbar wird), geht es heute zeitig Richtung Sylvensteinstausee. Durch den bedeckten Himmel ist man fotografisch schon etwas eingeschränkt. Konturen kommen nicht besonders gut heraus.

Allerdings bietet es auch einige Vorteile:

  • bei Blende 22 und ISO 100 kommt man auf Belichtungszeiten von 1/8 Sekunde;bei Blende 8 und ISO 800 erreicht man immerhin 1/500 Sekunde. Insgesamt hat man damit am Wasser eigentlich viel Spielraum bei den Belichtungszeiten, um das Wasser entweder einzufrieren oder aber schön verschwimmen zu lassen.
  • außerdem reduziert das diffuse Licht die Kontraste, s.d. insbesondere Zeichnung sowohl in Schnee und Eis als auch in den Schatten bleibt

Die erste Station ist denn auch die Walchenklamm. Die erreicht man recht einfach, wenn man am Sylvenstein der Straße zum Achensee folgt. Kaum hat man den Sylvenstein hinter sich gelassen, sieht man auf der linken Seite einen Parkplatz. Gut 50m zurück in Richtung Sylvenstein Stausee geht auf der anderen Seite ein Wanderweg ab (Wegweiser Demeljoch). Diesem Wanderweg muss man nur wenige Minuten folgen und erreicht eine Brücke über die Walchenklamm. Hier bieten sich bereits einige fotografische Möglichkeiten. Im Winter ist man aber etwas eingeschränkt. Ohne entsprechende Ausrüstung solte man auf den schnee- und eisbedeckten Hängen eher nicht zu viel rumklettern. Die Kamera könnte ein unangenehmes Bad nehmen.

Zur zweiten Station geht es auf der Straße Richtung Achensee weiter. Wenige Kilometer weiter gibt es den nächsten Parkplatz auf der linken Seite. Und wieder geht es auf der rechten Seite über einen Waldweg zur Walchen. Hier fliesst sie über einige Felsen und verschwindet dann in der Klamm.

Vereiste Walchenklamm
Vereiste Walchenklamm

Über den Felsen bilden sich im Winter bizarre Eisformationen. Hier kann man auch im Winter einigermaßen unproblematisch auf Motivsuche gehen.

Und weiter ging es zur nächsten Station: Zurück in Richtung Sylvenstein Stausee und dann der Straße Richtung Vorderriß folgen. Auf dem zugefrorenen Stausee sieht man einigermaßen risikofreudige Eishockeyspieler und Langläufer. Na ja, wenns denn sein muss.

Hinter dem Ort Fall am oberen Ende des Sylvensteinstausees gibt es einige eisfreie Kanäle (verursacht durch die leichte Strömung des Zuflusses). Hier bietet sich ein schöner Blick über den See auf die andere Seite. Von oben von der Straße aus finde ich allerdings keine gescheite Perspektive. Der Hang fällt steil ab und bietet keinen guten Vordergrund. Gleichzeitig reichen die 70mm, die ich dabei habe aber auch nicht für einen Ausschnitt der anderen Seite. Also weiter nach rechts auf dem Fussweg. Hier geht es bergab zum Seeufer. Nach einer kleinen, unerwarteten Rutschpartie auf einer Eisplatte (die zum Glück 30cm vor dem Ufer endet) bietet sich dann doch noch der richtige Ausblick:

Winterlicher Sylvenstein
Winterlicher Sylvenstein

Weiter geht es anschließend, vorbei an Vorderriss in Richtung Hinterriss. Kurz hinter der Oswaldhütte führt die Straße über eine Brücke. Kurz darauf folgt auf der linken Seite ein Parkplatz. Zurück zur Brücke bietet sich ein schöner Blick in die Klamm. An den steilen Felswänden haben sich bizarre Eiszapfen gebildet, teilweise in wunderschöner blau-grüner Farbe:

Eisgalerie am Rissbach
Eisgalerie am Rissbach

Gerne hätte ich hier noch nach einer besseren Perspektive gesucht. Leider sind die Hänge aber ziemlich steil und stark vereist. Ohne Seilsicherung geht da leider nichts.

Auf dem weiteren Weg nach Hinterriss gibt es noch viele schöne Fotogelegenheiten. Insbesondere kurz vor Hinterriss gibt es einen schönen Blick über den Rissbach mit den Bergspitzen des Karwendel im Hintergrund. Allerdings hebe ich mir dieses Motiv doch für einen anderen Tag auf. Dafür brauche ich Dunstschleier über dem Rissbach und morgendliches Gegenlicht. Man muss ja nicht alles auf einmal machen. Vielleicht schleppe ich ja den Rest des Teams noch mal her.

© 2009 Jürgen Herr