Wie vereint man alle möglichen Techniken in einer Tour? Früh aufstehen, naja, das ist dabei schon wichtig, aber auch eine gute Auswahl und Vorbereitung eng beieinander liegender Ziele mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So geschehen am letzten Sonntag.

10:30 Treffen wir uns am Falkenhof Lengries und stellen fest, dass Falknerspektaculum ist, soweit schonmal die gute Vorbereitung. Trotz dieser kleinen Änderung im Program, ergab genau dies dann den richtigen Hintergrund für die Greifvogelbilder, da die Falkner, sowie weiteres mittelalterliches Volk, entsprechend-ansprechend gekleidet waren und somit einen wunderschönen Rahmen für die Vorführung bildeten. Wieder gab es eine tolle Show mit allen möglichen Tieren: Kolkrabe, Schneeeule, Gänsegeier, Adler und Falke. Aufgrund durchziehender Wolkenfelder "arbeiteten" wir mit ISO 100-400 und jeder setzte unterschiedlichen Brennweiten ein (300mm Festbrennweite manuell und digital, 70-200mm Zoomobjektiv, 120-300mm Zoomobjektiv) so das unterschiedlichste Eindrücke entstanden. Beeindruckend war das "Heimkehren" eines Adlers, welcher am Morgen von den Falknern auf den Berg gebracht worden war. Wir genossen noch ein gutes Essen (z.B. typisch mittelalterlichen Kuchen: Bananensahne  und einen Rundgang auf dem Mittelaltermarkt. Sehr empfehlenswert beim Spektaculum: es wurden viele typische Waren angeboten - Lederarmbänder zum selber-prägen, Drachensilberschmuck und Met.

Am frühen nachmittag brachen wir zu unserer Macrosession auf - zum Weidfilz nach Königsdorf . Im Rahmen einer großangelegten Renaturierung der Moore im Bad Tölzer Land wird hier seit 2005 das Moor "zurückgewonnen". Die Moore sind vor 20.000 Jahren nach der letzten Eiszeit entstanden (Quelle: http://naturschutz-tierschutz-landschaftsplanung.suite101.de/article.cfm/moor_ist_wo_wollgras_waechst)
Zunächst wanderten wir zum nördlichen Rand des Filzes. Wir hatten dort bereits einen Eindruck von der typischen Hochmoorvegetation. Auch wenn sich hier sicher schon viele Motive boten, wollten wir dann doch nicht in der mittlerweile prallen Sonne unseren Motive nachstellen. Somit wiedermal zurück zur guten Planung.
Wir gingen den Weg ein Stück zurück und nahmen dann moorzentrumsnäher einen Waldweg. Dieser führte uns schließlich zu einem der typischen Standgewässer und dort hatten wir schon auf kleinstem Raum eine Vielzahl an macrotauglichen Motiven. Ich erfasste bereits in kürzester Zeit mindestens 6 unterschiedliche Libellenarten. Überall konnte man diese schönen Tiere fotografieren. Als kleinen optischen Anreiz anbei ein paar tolle Links:

http://www.libellen.li
http://www.hydro-kosmos.de/libellen/libellen
http://www.libelleninfo.de

Es boten sich eine Vielzahl von weiteren Motiven am Gewässer. Den für mich absoluten Höhepunkt bildete die Entdeckung des fleischfressenden Sonnentaus, welcher bereits mein Bein verschlungen hatte. Spass beiseite, die Pflanze ist nur ein paar Zentimeter groß. Die große Begeisterung zwang mich spontan auf die Knie, sehr zur Begeisterung wiederum für meine Mitfotografen.
Nach 2 Stunden traten wir, jeder mit nahezu 400 Bildern und glücklich den Rückweg an.

Ich denke, hätten wir noch die Abendstimmung nutzen können, wären zu alledem auch noch wunderschöne Moorlandschaftsfotos an diesem Tag enststanden. Aber dies dann wohl ein nächstes Mal.

 

© 2008 me