22.12.07

Endlich, nach vielen, vielen Flugstunden, setzen wir aus Bangkok kommend, zur Landung in Yangon an. Aus der Luft ist keine Stadt zu sehen, nur Dunkelheit und vereinzelte Lichtpunkte. Dann der Bustransfer bei Nacht: Yangon ist eine dunkle Stadt, wie auch schon der Anflug aus der Luft erahnen ließ, wenig Lichter, ganze Hochhäuser ohne Licht, spärliche Straßenlaternen, nur Hotels und Vergnügungsrestaurants sind hell erleuchtet. Endlich im Hotel angekommen, Außen hell erleuchtet und Innen fühlt man sich in die Kolonialzeit zurückversetzt. Augenscheinlich ein Leben in Saus und Braus für uns Touristen, während die Bevölkerung rings herum im Dunklen lebt…

23.12.07

Nach einem englischen Frühstück wie in der besten Kolonialzeit startet unsere Reisegruppe zu einem ersten Fotostopp vor der Swedagon Pagode. Wir gehen als Touristen mit unseren fetten Kameras den Weg zur Pagode hinauf. Links und rechts säumen Devotionaliengeschäfte den Straßenrand. Die Armut ist sehr sichtbar, Kinder betteln um Geld, Müll auf den Straßen und dicke Löcher im Straßenbelag… Später besuchen wir noch eine Markt- und Garküchenstraße im indischen Viertel, auch hier sind Armut und bettelnde Kinder offensichtlich.

Dann besuchen wir die berühmte Sule Pagode, die wie eine Art Verkehrsinsel mitten auf der Straße steht. Beim Einsteigen in den Bus bettelt mir ein ca. 10-jähriges Mädchen mit ihrem ca. 1-jährigen Geschwisterkind auf dem Arm eine leere Wasserflasche und eine Plastiktüte ab. Armut überall.

Wir gehen Mittagessen in einem burmesischen Restaurant, es gibt Reis, milden Curry, Banane und Tee.

Später besichtigen wir noch die Swedagon Pagode von Innen – ein absolutes Highlight. Der riesige Stupa, hunderte von Stufen führen hinauf, den Weg säumen viele Mini-Tempel. Viele Familien mit Kindern sitzen vor den Tempeln und beten. Fröhliche Menschen, zufriedene Kinder, kein Kind weint oder schreit, Kleinkinder verneigen sich andächtig vor Buddha, bringen Opfergaben dar. Wir bleiben auf der Pagode bis die Sonne untergeht und der Mond nahezu als Vollmond aufgeht…

24.12.07

Nach dem Frühstücksbuffet machen wir uns auf nach Bago und in Richtung Goldener Felsen. Kurz vor Bago halten wir an einer neueren Tempelanlage mit einem liegenden Buddha. Er ist sehr beeindruckend, nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch weil er ohne Überdachung ganz im Freien liegt und in der Sonne so prachtvoll glänzt. In Bago selber besichtigen wir wieder einem riesigen, liegenden Buddha, doch obwohl er viel älter und berühmter ist, bin ich von ihm nicht fasziniert. Später besichtigen wir die höchste Pagode des Landes in Bago. Eindrucksvoll der Rundgang um den Stupa, der in der brennenden Sonne golden glänzt.

Mittags geht es in ein chinesisches Restaurant, sehr leckeres Essen und angenehm kühl in der Mittagshitze. Beim Einstieg in den Bus wartet vor dem Haus eine Mutter bettelnd mit einem offenen Arm mit rosa, neuer Haut und ein keiner Junge mit zerfetzter Kleidung und einem Geschwisterkind auf dem Arm. Durch diese bettelnden Menschen müssen wir zurück zum Bus. Es geht mir schlecht, ich habe den Bettelnden nichts gegeben.

Es geht weiter in Richtung Goldener Felsen, eine weite Fahrt durch ein trockenes, armes Land. Wir sehen einfachste Landwirtschaft: Ohne Maschinen und mit vielen Landarbeitern.

Den Goldenen Felsen erreichen wir zum großen Pagodenfest. Deshalb sind auch Unmengen von Burmesen unterwegs, viele Familien mit Kindern, Jugendgruppen, sie alle wollen hoch zu ihrem Heiligtum. Nach einer Toilettenpause werden wir auf einen Laster verladen und hoch geht es eine kurvenreiche Serpentinenstraße. Während die Burmesen auf einfachen Lastern mit Holzbänken sitzen, haben wir die Luxusvariante mit gepolsterten Sitzen, außerdem ist unser Laster nur halb so voll mit Menschen wie die anderen Laster. Die Burmesen auf den anderen Lastern winken uns beim gegenseitigen Überholen freundlich zu…

Oben angekommen herrscht ein Menschentreiben gewaltigen Ausmaßes. Tausende von Menschen gehen in Richtung Goldener Felsen den Berg hoch. Sänften für den Aufstieg werden uns angeboten. Ich lehne ab. Der Aufstieg ist beschwerlich und schweißtreibend, aber die Essensstände und Ladengeschäfte beidseits des Weges liefern viel Abwechslung. 500 Höhenmeter in ca. 1 Std Aufstieg. Endlich ist es geschafft und wir haben unser Hotel direkt am Goldenen Felsen erreicht (Mountain Top - Kyaiktiyo **). Kurz die Rucksäcke abgeben, die Träger für uns den Berg hinaufgetragen haben und dann am Spätnachmittag weiter die wenigen Meter bis zum Goldenen Felsen. Die Atmosphäre ist atemberaubend schön: Massen von Pilgern sind mit uns unterwegs, es herrscht eine Art Jahrmarktsstimmung - nur ruhiger. Der Goldene Felsen leuchtet wunderschön in der Spätnachmittagssonne.

Wir gehen einmal alle Aussichtpunkte ab, als auch schon die Sonne innerhalb kürzester Zeit untergeht, es wird schlagartig dunkel und kälter. Gut, dass wir jetzt ab in unser Hotel können. Da es Heiligabend ist, erwartet uns ein Weihnachtsessen mit Fisch- und Schweinecurry, Reis und Suppe und als Nachtisch Obst.

25.12.07

Die sonoren Rufe eines Predigers und der folgende, monotone Gesang aus den Lautsprechern haben mich geweckt. Diesmal besteht unser Frühstück aus Toast , Butter und Marmelade, dazu gibt es Tee. Den dazu angebotenen Reis lehne ich dankend ab. Nach einem Morgenrundgang in schneidender Kälte (barfuß) und dem Besuch in einer Übernachtungshalle für einheimische Gläubige geht es wieder den mühsamen Abstieg den Berg hinab. Es ist kalt. Ein Laster bringt uns die Serpentinen wieder hinunter ins Tal. Mit dem Reisebus geht es dann zurück nach Yangoon. Etwa 5 Stunden über sehr schlecht ausgebaute Straßen dauert die mühsame Fahrt zurück in die Stadt. Unterwegs können wir immer wieder das Leben der Dorfbewohner vorbeiziehen sehen, denn wir fahren an den zur Straße hin offenen Behausungen der Menschen vorbei…

Später ein Stopp an einer Kautschukplantage. Wir sehen wie der Kautschuk an den Bäumen gewonnen wird, wie der Saft verarbeitet wird und wie die fertigen Kautschukmatten am Ende aussehen. Wir sehen aber auch unter welch ärmlichen Bedingungen die Plantagenbewohner inmitten der Plantage in ihren Basthütten hausen.

Ziemlich erledigt kommen wir gegen Nachmittag in Yangon an, ich weiß den vorhandenen Luxus in unserem herrlichen Hotel heute besonders zu schätzen ( www.kandawgyipalacehotel.com ). Zu mehr als einem idyllischen Abendspaziergang im Stadtpark mit See von Yangoon mit seinen kleinen Inseln, Stegen, Blumenbeeten und Erfrischungsständen reicht meine Energie heute nicht mehr. Viele Einheimische nutzen den Stadtpark ebenfalls für ein Picknick im Grünen.

26.12.07

Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir das schöne Hotel in Yangoon. Ab geht’s in Richtung Flughafen, denn wir fliegen ins Shan-Hochland nach Helo. Nach gut einer Stunde Flug in so niedriger Flughöhe, dass wir die Landschaft und Vegetation vom Flugzeug aus betrachten können, landet unsere Propellermaschine in Helo. Von dort geht es mit dem Bus ins Shan-Hochland und über schlechte Straßen weiter in Richtung Inlesee.

Mit Langbooten fahren wir dann weiter zu unserem idyllisch mitten am See gelegenen Hotel (Myanmar Treasure- Inlesee****), ein echter Traum mit wunderschönen geräumigen Bungalows. Wir haben Glück und können unser Abendessen wieder bei einer burmesischen Tanzvorstellung genießen. In der Nacht ist es empfindlich kalt. Am Abend finden wir bei der Rückkehr aufs Zimmer deshalb sogar eine Wärmflasche im Hotelbett.

27.12.07

Der Morgen beginnt bitterkalt, laut Thermometer einer Mitreisenden haben wir zwar 10 Grad Celsius, mir kommt es aber wie gefühlte 2 Grad Celsius vor. Ich wechsle also nur von der Jogginghose in meine Jeans, ich kann mich nicht überwinden, mein Oberteil bei der Kälte auszuziehen. Schnell gehe ich in Richtung Frühstücksraum und schaffe es gerade noch vom auf dem See aufsteigenden Nebel ein paar Fotos zu machen.

Doch im Frühstücksraum erwartet uns ebenfalls klirrende Kälte, denn über eine Heizung verfügt das Hotel nicht. Also bestelle ich warmen Tee und mit dem Frühstück geht es mir dann schlagartig besser.

Wir starten kurz nach Sonnenaufgang mit den Langbooten über den Inlesee, vorbei an einem Gästehaus des Militärregimes, mitten auf dem See gelegen. Später fahren wir durch pittoreske Wasserdörfer auf Stelzen, die Kinder winken uns freundlich zu. Man badet sich im Fluss, spült sein Geschirr ab oder beobachtet einfach nur aus dem Fenster das Treiben. Dann erreichen wir unser Ziel: einen Wochenmarkt und eine alte, verfallene Pagodenstadt. Bei vielen Figuren fehlen die Köpfe, sie wurden abgeschlagen und außer Landes gebracht, geschmuggelt von Antiquitätenhändlern. Eine Schande für die schönen Tempel. Beim Versuch zu retten, was noch zu retten ist, können wir sehr unglückliche „Restaurierungsversuche“ besichtigen, z.B. Stellen, an denen Buddhas fehlen, wurden einfach durch neumodische Buddhas ergänzt. Verfallenen Backsteinpagoden wurden mit Beton übergossen, neu modelliert und mit Goldfarbe angemalt.

Wir gehen nach der Besichtigung eines Tempels mit dem obligatorischen Eintritt und Fotogeld weiter zu Fuß am Fluss entlang. Wir sehen Angehörige verschiedener ethnischer Minderheiten, die teilweise durch ihre Trachten erkennbar sind, sich am Fluss waschen.

Auf dem Rückweg durch den Wald kommen wir an zwei provisorisch aufgebauten Verkaufsständen vorbei. Ein behinderter Maler malt auf Bambusblättern religiöse Bilder, er hat an jedem Arm nur einen Finger. Ich erstehe, von Mitleid geplagt, ein Bild und zahle einen sichtlich überteuerten Preis - Lehrgeld, denn später sehe ich die bemalten Palmblätter zu Dutzenden an den anderen Ständen hängen. Für den weiteren Souvenirerwerb fehlt mir daraufhin aber die Lust, zumal es sich bei den angebotenen Waren um immer die gleichen Massenproduktionen handelt.

Dann geht es mit unseren Langbooten weiter zu einer bedeutenden Tempelanlage: der Phaung Daw U Pagode. Im Inneren sehen wir fünf nicht näher zu identifizierende Figuren, überklebt mit Massen von Goldplättchen. Wir erfahren, dass es sich ehemals um Buddhafiguren handelte, die aufgrund der vielen Goldschichten zu einem eher birnenförmigen Gebilde mutiert sind.

Mittagessen dann wieder im burmanisch-chinesischen Stil auf einer schattigen Terrasse am See.

Am Nachmittag geht es weiter zu einer Seidenmanufaktur. Die Seide wird fertig aus China importiert, weil Buddhisten keine Seidenraupen für die Seidenproduktion töten wollen. Die Seide wird dann in Burma weiterverarbeitet.

Später besuchen wir noch eine Manufaktur mitten auf dem See, die die bekannten burmesischen Cherokee-Zigarren herstellt.

Auf dem Rückweg zum Hotel fahren wir mit unseren Booten vorbei an den berühmten Schwimmenden Gärten des Inlesees. Hier werden mitten im See auf schwimmenden Beeten alle möglichen Gemüsesorten, aber auch Blumen, angebaut. Wieder sehen wir viele Einbeinruderer, die ein Bein quasi um das Ruder gewickelt haben und ihre Boote damit steuern.

Müde, aber sehr zufrieden von den vielen Eindrücken, erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang wieder unser Hotel.

28.12.07

Heute heißt es Abschied nehmen vom Inlesee, doch meine Hoffnung endlich ins Warme zu kommen zerschlägt sich leider, denn wir fahren noch einmal ca. 100 Höhenmeter hinauf ins Shan-Hochland. Der Ort Pindaya ist unser heutiges Ziel. Zunächst fahren wir gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück mit den Langbooten zum Festland, dann mit dem Bus auf schier endlos erscheinenden, schlechten Straßen ca. 80 km.

Zwischenstopp machen wir an einem buddhistischen Kloster, das wir auch von Innen besichtigen können. Die Mönche sitzen am Boden und meditieren.

Unsere Mittagessenverpflegung können wir uns heute selber auf einem Markt organisieren. Ich wähle Bananen und süße, gebackene Pfannkuchen.

Dann geht es weiter auf der schier endlosen, schlechten Schotterstraße in Richtung Pindaya. Endlich im Hotel (Inle Inn - Pindaya ***) angekommen heißt es nur schnell unseren Willkommenstee einnehmen, Zeit für eine kurze Toilettenpause und dann geht es auch schon weiter zur Besichtigung der Werkstatt der Papierschirmhersteller. Aus Neugier buche ich im Hotel eine Shan-Massage für 7$. Die Massage ist eher anstrengend und hart an der Schmerzgrenze.

Am Abend gibt es ein schönes Abendessen und die Hotelangestellten singen begleitet von einem Keyboard doch glatt vier englische Weihnachtslieder.

29.12.07

Morgenweckruf um 6.30 Uhr in Eiseskälte. Dick eingemummt gehe ich von meinem Bungalow zum Frühstücksraum, es ist wohl so um die 0 Grad Celsius. Zum Warmwerden probiere ich erstmals eine Shan-Suppe zum Frühstück und sie schmeckt in der Kälte des Frühstücksraumes- ohne Heizung - wirklich gut.

Um 8.00 Uhr brechen wir direkt hinter dem Hotel auf zu einem Pilgerpfad der uns bergauf direkt zu einer Grotte mit unzähligen Buddhafiguren führt. Unterwegs auf den Berg immer wieder traumhafte Ausblicke: Kleine Stupas umgeben von den Nebelschwaden des Morgens und atemberaubende Ausblicke auf die wunderschöne Berglandschaft.

Nach der Besichtigung einer Grotte geht es weiter mit dem Bus in Richtung Helo zum Flughafen. Die Schotterpiste von Straße will und will einfach nicht enden. Plötzlich ein lauter Knall und die Luftfederung des Busses ist geplatzt. Zum Glück ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Flughafen, von dort fliegen von Helo weiter nach Mandalay. Das Fliegen mit Air Bagan ist absolut konfortabel und empfehlenswert. Nach 10 Min Flugzeit überfliegen wir auch den Ort Pindaya, für diese Entfernung haben wir mit dem Bus, aufgrund der schlechten Straßen, 3 Stunden bis zum Flughafen benötigt.

Gelandet in Mandalay bringt uns der Bus zu unserem Hotel ( www.mandalayhillresorthotel.com ). Erste Eindrücke auf der Fahrt durch die Stadt: Mandalay wirkt reicher, vitaler und quirliger als Yangoon. Am Abend im traumhaft konfortablen Hotel erwartet uns ein umwerfendes Buffet unter freiem Himmel mit burmesischem Theater im Hotelgarten.

30.12.07

Heute fahren wir zum Hafen von Mandalay und fahren auf dem Irrawaddy zur Minguin-Pagode. Hier besichtigen und besteigen wir die Pagodenreste. Am Nachmittag besuchen wir die alte Königsstadt Ava mit Pferdekutschen. Beim Besuch eines Klosters erleben wir Mönche und Kinder des Ortes beim Schulbesuch im Kloster. Gen Abend fahren wir weiter nach Amarapura und spazieren dort über die berühmte Holzbrücke. Dort gibt es viele, oft verkrüppelte Bettler. Ich kann nicht anders und gebe jedem der vielen, wartenden Bettler wieder eine kleine Münze, um das wenige Geld möglichst gerecht zu verteilen.

Abends gehen wir dann auswärts in einem burmesischen Restaurant wieder sehr gut Essen.

31.12.07

Heute ein Tag ganz in Mandalay. Wir besuchen zunächst eine Klosterschule(www.help-myanmar.org ), die von unserem Reiseveranstalter mit finanziert wird. Wir sehen Klassen mit 60-80 Kindern, die still und diszipliniert lernen, Extra-Klassen , denen intensivere PC-Kenntnisse gelehrt werden und Nähklassen für Mädchen. Wir besuchen die Schreinerei und einen Kurs in dem technisches Zeichnen gelehrt wird, auch eine Klinik befindet sich auf dem Gelände. Wir erfahren, dass der Anstoß zum Bau dieser Klosterschule von einem Mönche kam. Kinder die weiter entfernt wohnen, können auch internatsähnlich auf dem Gelände der Klosterschule übernachten. Wir werden vom Bruder des Abtes durch das Anwesen geführt. Mir stehen Tränen in den Augen, als ich die Kinder in den Schulklassen sehe. Ist es der Überfluss in Deutschland oder die Begeisterung und Freude mit der die Kinder hier dem Unterricht gebannt folgen?

Später besuchen wir eine Goldblattschlägerei. Wir werden dort über die Herstellung von Blattgold informiert. Wir sehen die verschiedenen Arbeitsschritte und die damit verbundene anstrengende körperliche Arbeit.

Weiter geht unsere Fahrt zum Tempel mit dem Mahamundi-Buddha, er ist über und über mit Goldplättchen verziert.

Bei unserer Stadtfahrt durch Mandalay fahren auch in der Nähe der berühmten „Lady“ vorbei, die Zufahrt zu ihrer Straße ist natürlich gesperrt.

Nachmittags besuchen wir den rekonstruierten Königspalast von Mandalay: die Betonkonstruktion, bemalt mit Goldfarbe, ist wenig ansprechend.

Später besuchen wir noch ein Teakholzkoster und erleben den Sonnenuntergang auf dem Mandalay Hill. Wir haben einen wunderschönen Blick über die Stadt, können aber auch in der Ferne die berüchtigten Gefängnisanlagen der Stadt sehen, hinter denen viele Menschen auf Nimmerwiedersehen durch das Militärregime verschwunden sind. Vom Mandalay Hill können wir zu Fuß bis zu unserm Hotel zurück gehen. Am Abend dann ein exklusives New Year Dinner im Hotel.

01.01.08

Nach einem ausgiebigen Neujahrsfrühstück geht es mit dem Bus ab nach Monywa. Dann eine kleine Überraschung, in der kleinen Provinzstadt gibt es ein ganz passables Hotel mit vielen kleinen Bungalows( Win-Unity – Monywa**). Im Speiseraum stört mich aber ein Bild des Generals, dass die Nähe dieses Hotels zum Regime dokumentiert.

Weiter geht’s in Richtung Fährhafen. Viele bettelnde Kinder erwarten uns, aber unser Reiseleiter hat uns darüber informiert, dass das Betteln die Kinder vom Schulbesuch abhält und somit nicht unterstützt werden sollte. Ein klappriges Boot wartet auf uns und setzt uns über auf die andere Uferseite. Dann fahren wir mit Pickups weiter und besichtigen die Überreste einer alten Tempelanlage mit vielen Wandmalereien und Buddhafiguren. Die Rhesusaffen, die auf dem Tempelhügel leben, sind ziemlich aufdringlich.

02.01.08

Unser Reiseleiter informiert uns während der Busfahrt über das Bildungssystem in Burma: Gemäß Unicef-Daten besuchen in städtischen Gegenden 90% der Jungen und 80% der Mädchen die ersten 4 Grundschuljahre. Die vierjährige Mittelschule wird in den Städten nur noch von 30% der Jungen und 12% der Mädchen besucht. Die dreijährige Oberstufe besuchen in den Städten schließlich nur 2,5% der Jungen und 0,5% der Mädchen

Auf dem Land dagegen besuchen überhaupt nur 60 % der Jungen und 30% der Mädchen die erste Klasse.

Für den Schulbesuch ist Schulgeld erforderlich. Der Staat bezahlt nur die Ausbildung der Lehrer, nicht aber deren Gehälter. Die Entfernungen zu den Schulen sind oft sehr hoch, so kann der Schulweg oftmals 1-2 Stunden betragen. Oftmals können Kinder nur im rollierenden System die Schule besuchen, weil die Eltern nicht genug Geld für einen Schulbesuch haben.

Am Morgen verlassen wir Monywa in Richtung Bagan. Vier Stunden Busfahrt auf schlechten Straßen stehen uns bevor. Aber als während der Busfahrt das Leben der Landbevölkerung, der Ackeranbau und das Vieh an uns vorbeizieht und die Kinder und Erwachsenen dem Bus zuwinken, kommt mir die Fahrt gar nicht so lange vor. Kurz hinter Monywa stoppen wir unsere Fahrt nochmals kurz um uns einen farbenfrohen buddhistisch-hinduistischen Tempel anzusehen.

Später fahren wir auf dem Irrawaddy bis kurz vor Bagan mit dem Schiff weiter. Auf der Fahrt zum Bootssteg in Bagan tauchen viele, viele Pagoden innerhalb der archäologischen Zone von Bagan zwischen den Bäumen auf: Goldene , weiße und ziegelrote Pagodenspitzen. Mit dem Bus fahren wir weiter zu unserem Hotel, das innerhalb der archäologischen Zone von Bagan liegt, hier werden wir drei Tage bleiben. Ich freue mich schon darauf, mal wieder ein festes Standorthotel zu haben (Bagan – Bagan ***).

03.01.08

Frühstück gibt es im Garten vor atemberaubender Kulisse: das Wasser des Irrawaddy und im Morgennebel ein Hügel mit einer Pagode. Gestärkt mit Toast, Croissant, Melonen und Papayasalat geht es auf Tour im Ruinenfeld von Bagan.

Wir besuchen zuerst die berühmte Shwezigon-Pagode mit Ihrem glockenförmigen, goldenen Stupa, der von weithin sichtbar ist, danach besuchen wir noch mehrere andere Pagoden. Jedes Mal werden wir von Händlern, die Ihr Verkaufsgeschäft wittern, regelrecht bestürmt.

Da das besuchte archäologische Museum von Bagan nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt ist, genehmige ich mir eine Auszeit, einen „reisegruppefreien“ Nachmittag. Am frühen Abend verlasse ich noch etwas die Hotelanlage und werde von einem 13-jährigen Jungen nett durch zwei Pagoden begleitet und mache auf einer Pagode Bilder im Abendlicht. Wir können uns etwas in Englisch unterhalten.

04.01.08

Nach dem Frühstück besuchen wir einen Wochenmarkt mit nur wenigen Touristen, ein Markt für Einheimische. Dann fahren wir weiter mit dem Bus zum Mount Popa, es wimmelt dort nur so von Touristen. Zuerst besuchen wir einen Tempel mit vielen Nats ,die schrillen Farben sind ungewohnt für unser Empfinden.

Der Mount Popa selber kann nur barfuß bestiegen werden, da die Stufen aber voll Affenkot beschmiert sind, verzichte ich auf den Aufstieg.

Nach dem Mittagessen in einer chinesischen Garküche besichtigen wir am Nachmittag den berühmten Amarnatempel mit seinen vier riesigen Buddhafiguren im Inneren. Bei Sonnenuntergang geht es dann mit Kutschen über die weitläufige archäologische Zone zurück zum Hotel.

Das Abendessen ist ein üppiges Dinner und findet in einem hervorragenden Restaurant zusammen mit einer Aufführung des burmesischen Marionettentheaters statt. Diese Tradition ist eigentlich schon fast ausgestorben und wird überwiegend den Touristen zuliebe überhaupt noch aufgeführt. Auch die Burmesen bevorzugen mittlerweile Karaoke und andere Freizeitvergnügen.

05.01.08

Im Dunklen und in der morgendlichen Kälte Frühstück im Freien – wieder vor traumhafter Kulisse: Der Fluss und die Bergkette im Morgennebel mit der Pagode. Später geht es dann ab zum Flughafen von Bagan und zurück nach Yangon.

Eigentlich hätte ich jetzt gerne den Transfer zu unserem bereits bekannten Yangoner Hotel, doch stattdessen schleppt uns unser Reiseleiter zuerst in eine wenig beeindruckende Pagode, die wir in der Vormittagshitze umrunden. Dann Weiterfahrt zur Hafen von Yangoon, die Hafenarbeiter transportieren hier ohne technische Hilfsmittel schwere Reissäcke von Bord eines Schiffes. Ein Sack Reis wiegt 25 kg, manche Männer haben 2-3 Säcke Reis auf dem Kopf. Die Nacken, Schultern und Gelenke sind sicher nach wenigen Jahren kaputt. Die Sonne brennt unbarmherzig auf die Männer runter, und wir Touristen stehen nutzlos wie im Zoo dazwischen.

Danach besuchen wir einen weiteren, diesmal aber sehr beeindruckenden Tempel. Mittagessen gibt es schließlich in einem Yangoner „In“-Restaurant. Es ist ausschließlich von Touristen besucht, die Preise sind wahrscheinlich auch für die Yangoner Oberschicht nur im Ausnahefall bezahlbar. Nach dem Mittagessen heißt es ein letztes Mal ausruhen, den blauen Himmel und die Sonne genießen. Dann heißt es aufbrechen in Richtung Flughafen. Es ist schon dunkel, als das Flugzeug abhebt und ich Burma wohl für immer hinter mir lasse…

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