Sonntag, 06.09.2009 Heute geht es bereits früh los. Es ist noch nicht einmal 7:00 Uhr und am Wanderparkplatz an der Seinsalm bei Mittenwald ist noch nicht viel los. Kalt ist es schon noch, ca. 8°. Aber im Aufstieg wird es schon warm werden. Zunächst aber geht es erst einmal auf dem Forstweg Richtung Fereinalm (oder Vereineralm, wie es auch auf einigen Hinweisschildern steht). Der Forstweg klettert dabei erst einmal am Rand der tiefeingeschnittenen Schlucht des Seinsbaches entlang. Gerade auf den ersten Teilstücken bieten sich interessante Einsichten in die Schlucht. Später ist der Forstweg dann weit über dem Boden der Schlucht und die weniger steilen, aber stark bewachsenen Hänge verwehren uns die Aussicht. Nach ca. einer Stunde erreicht der Forstweg die Ochsenalm und damit die Abzweigung. Ein Schild weist hier auf die Soiernhäuser und die Soiernspitze hin. Links der Straße geht es nun auf schmalem Weg aufwärts. Dabei sollte man ruhig ab und zu einen Blick zurück werfen:

Dies bietet schöne Aussichten in Richtung Wettersteingebirge.

Der Kreuzgraben steigt hier steil in Richtung Feldernkreuz an. Der Weg ist meist einfach, an einigen Stellen etwas verwurzelt oder auch mal nass. Bis zum Kamm zwischen Seinskopf und Feldernkreuz sollte man aber schon ca. 2h Gehzeit einrechnen. Insbesondere am oberen Ende ist der Weg doch steiler als es auf den ersten Blick aussieht.

Der Weg verläuft hier auf der rechten Seite des Kreuzgrabens. Später aber quert er wieder den Graben und steigt dann links oben zum Sattel zwischen Seinskopf und Feldernkreuz. Gerade das letzte Stück ist bei nassem Wetter möglicherweise unangenehm zu gehen. Es ist recht steil, teilweise Schotter, teilweise erdig. Bei nassem Wetter kann dies eine schmutzige Rutschpartie werden. Morgens verläuft der Weg weitgehend im Schatten. Im Hochsommer ist das sicher recht angenehm. Heute aber, bei nur 8-10° ist es doch ziemlich kalt. Erst weiter oben auf dem letzten Stück in Richtung Sattel kommt die Sonne heraus.

Seinskopf
Seinskopf

Im Sattel treffen wir auf den Weg von Krün zu den Soiernhäusern bzw. der Schöttlkarspitze (vgl. Erstbesteigung der Schöttlkarspitze). Hier finden wir eine schöne Aussicht auf die Felstürme beim Seinskopf (der Gipfel des Seinskopfes ist weiter rechts und auf dem Bild nicht zu sehen).

Und weiter geht es aufwärts, diesmal aber nur noch ein kurzes Stück in Richtung Feldernkreuz, bis wir an die Abzweigung zur Schöttlkarspitze kommen. Durch den engen Durchgang öffnet sich der Blick und die Schöttlkarspitze wird im Morgenlicht sichtbar.

Im Durchgang selbst aber ist es schattig und ziemlich kalt. Bei einigen Aufnahmen muss ich mich am Fels abstützen, um die richtige Kameraposition zu bekommen. Die Steine sind jedoch sehr kalt und teilweise feucht und rutschig.

 

Schöttlkarspitze
Schöttlkarspitze

Ich wende mich aber nun nach Westen und folge dem Weg, der teilweise am Kamm, teilweise an der Außenseite des Soiernkessels entlangführt. Von der Abzweigung in einer Höhe von 2000m folgt der Weg nun gut erkennbar dem Gelände. Hierbei geht es immer mal wieder hoch und runter, ohne dabei aber insgesamt groß an Höhe zu gewinnen. Erst bei Soiernschneid und Reißender Lahnspitz steigt der Weg wieder deutlich an. Der Weg liegt hier (vormittags im September) wieder meist im Schatten. Nach der Lahnspitze geht es noch einmal ein Stück abwärts um dann endgültig dem Kamm auf die Soiernspitze zu folgen. Den Gipfel erreicht man von der Seinsalm in ca. 5h. Oben wird man dafür mit einem tollen Rundblick belohnt.

Auf der Soiernspitze
Auf der Soiernspitze

Nordwärts geht der Blick zum Walchensee. Etwas weiter rechts davon folgt der Blick der Kette aus Krapfenkarspitze, Bayerkarspitze und Galgenstangenjoch, am Schafreiter vorbei bis him zum Doppelgipfel des Guffert im Rofan. Ostwärts fällt der Blick auf die Rappenklammspitze (eine sehr schöne Wanderung von Hinterriss aus) und die Torscharte um dann an der mächtigen, östlichen Karwendelspitze hängen zu bleiben. Weiter südwärts geht der Blick, entlang der nördlichen Karwendelkette um schließlich in Richtung Süden und Westen auf das Wettersteingebirge zu fallen.

Trotz der tollen Aussicht: Heute ist es einfach sehr kalt hier oben. Nach einer halben Stunde auf dem Gipfel geht es auf der Ostseite der Soiernspitze abwärts zur Fereinalm. Ehrlich gesagt, der Abstieg zieht sich ganz schön hin. In endlosen Serpentinen geht es auf steinigem Weg hinunter. Weiter unten trifft man zweimal auf eine Abzweigung (zunächst in einem kleinen Sattel), dann später unter Bäumen. Beide Male wendet man sich Richtung Südwesten und erreicht dann nach gut 1,5h die Fereinalm.

Hier bietet sich eine Einkehr zum Auftanken an, bevor es dann auf der Forststraße in Richtung Seinsalm zurück geht. Unterwegs gibt es noch zwei längere Anstiege. Außerdem sollte man aufpassen, dass man nicht auf den Fußweg nach Mittenwald abbiegt. Dieser verläuft auf der linken Seite des Seinsbaches. Der richtige Weg bleibt immer auf der rechten Seite und führt in knapp 1,5h direkt zum Ausgangspunkt an der Seinsalm zurück. Dafür sind auf der Forststraße aber auch viele Mountainbiker unterwegs.

Der letzte Teil des Weges zieht sich dann doch ganz schön hin. Nach den vielen tollen Eindrücken oben am Kamm des Soiernkessels kann das letzte Stück der Forststraße nicht mehr so recht beeindrucken. Dafür kommt man aber schnell zum Parkplatz zurück.

© 2009 Jürgen Herr

Ausgangspunkt: Seinsalm bei Mittenwald  (ca. 900m)
Einkehr: Fereinalm 
Gehzeit: knapp 8 Stunden
Höhenmeter: knapp 1500m inkl. der Gegensteigungen

Höchster Punkt: Soiernspitze (2257m)