Sylvensteinstausee
Sylvensteinstausee

Die Berge am Sylvenstein erreichen vielleicht nicht die Höhe ihrer Nachbarn weiter im Rissbachtal. Dafür bieten sie allerdings andere Vorzüge. Wer es gerne einsam mag, kommt hier bestimmt auf seine Kosten. Von Fall (772m) aus geht es auf der Fahrstraße zur Dürrach.

Hat man diese allerdings erst einmal überquert und biegt etwa 50m hinter der Brücke nach links in Richtung Walchenklamm ab, wird es richtig ruhig. Die Forststraße führt zu einer (hohen) Brücke über den Schürpfengraben. Hier kann man allerdings nur den unteren Teil des Graben sehen. Der Wald verhindert die freie Sicht auf den Graben, der sich immerhin hoch bis fast zum Kamm am Schürpfeneck zieht.

Von der Brücke aus hat man außerdem eine schöne Aussicht über den Sylvenstein Stausee. Ist man frühzeitig unterwegs, bietet der See oft schön anzusehende Wolken und Dunst im frühen Licht.

Bereits knapp 100m hinter der Brücke zweigt rechts ein bereits etwas zugewachsener Weg ab, der schnell schmaler wird. Hier geht es meist recht naß zu (aus einer Stichprobe von 2 Wanderungen kann ich 100% extreme Nässe melden). Der schmale Pfad ist teilweise recht zugewachsen. Das hohe Gras, Farne und Büsche halten das Wasser extrem gut, s.d. man meist recht naß wird. Wer das vermeiden will, sollte besser eine Regenhose einpacken.

Bergwald am Schürpfengraben
Bergwald am Schürpfengraben

In vielen Serpentinen windet sich der schmale Pfad den Berg hinauf. Ab und zu gibt es ein paar (falsche) Abzweigungen in Richtung Schürpfengraben. Dabei hat man Gelegenheit einige Blicke in den Graben zu werfen und die Wasserfälle anzuschauen (habe ich schon erwähnt, daß es hier recht naß ist? Dafür stürzt das Wasser dann aber auch recht ansehnlich die Felsen hinunter).

An einigen Stellen ist der Hang dann doch einigermaßen steil. Gerade wenn es naß ist (s.o. 100%) sollte man doch eher aufpassen.

Weiter oben führt der Weg aus dem Wald heraus und verliert sich dann im Gras (zumindest habe ich den Pfad verloren). Das ist aber nicht weiter schlimm. Man kann hier einfach gerade den Hang hinaufgehen und den Kamm gar nicht verfehlen. Dort trifft man auf den Wanderweg, der von der Walchenklamm heraufführt und folgt diesem nach rechts entweder auf oder nahe der Kammlinie. Hier sieht man bereits den weiteren Verlauf des Kamms über das Dürrnbergjoch hin zum Demeljoch.

Blick aufs Demeljoch (links)
Blick aufs Demeljoch (links)

Der Weg geht nun durch Kiefern und Blumenwiesen. Die vielen Insekten sind deutlich zu hören. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, daß es hier oben so einsam ist und heute kein Wind Geräusche heraufträgt. Schließlich wendet sich der Weg Richtung Osten zum Dürrnbergjoch. Rechts unter uns liegt der Dürrnberg (1625m). Hier sollte man aufpassen, denn von rechts unten führt der Weg hinauf, über den wir später absteigen. Erst einmal geht es aber weiter über das Dürrnbegjoch zum Demeljoch. Hier hat man immer wieder großartige Ausblicke auf die Karwendelberge. In Richtung Süden fällt als nächste insbesondere die Kette vom Lerchkogel übers Stierjoch zum Schafreiter auf. Richtung Osten blickt man bis zum Guffert am Horizont.

Vom Demeljoch aus geht es auf dem gleichen Weg zurück bis zur Abzweigung. Normalerweise weist hier ein Schild auf den Weg hin. Über den Dürrnberg und das Spitzhäusel (noch einmal ein schöner Blick zum Sylvenstein) geht es den Weg in vielen Serpentinen hinab ins Dürrachtal. Auch dieser Weg ist meist ein schmaler Pfad. Bei Nässe muss man aufpassen. An einigen Stellen quert der Weg steile grasbewachsene Hänge und ist zudem recht zugewachsen. Allerdings zieht sich der Weg dann etwas durch - gefühlt - Hunderte von Kehren durch Wald.

Schließlich erreicht man dann doch wieder die Fahrstraße auf der rechten Seite der Dürrach und folgt ihr über die Brücke zurück nach Fall.

Ausgangspunkt: Fall (772m)
Einkehr: keine
Gehzeit: knapp 7 Stunden
Höhenmeter: ca. 1250m

Höchster Punkt: Demeljoch (1923m)

© 2009 Jürgen Herr