Dafür, dass diese Wanderung durchs Johannistal zur Falkenhütte und zurück führt, bietet sie verblüffend viele Streckenalternativen. Dies fängt schon beim Ausgangspunkt der Wanderung an. Einerseits kann man an der Mautstation beim Herzoglichen Alpenhof parken und hat dann die Wahl, über die Wiese zum Rissbach zu laufen, diesen über eine Brücke zu überqueren und anschließend sich nach links Richtung Johannistal zu wenden. Allerdings verpasst man dabei (zumindest teilweise) die ansehnliche Schluchtstrecke, wo sich der Johannisbach tief in die Felsen eingegraben hat. Dafür kann man der Straße ca. 1km folgen (zu Fuss oder mit dem Auto). Dort quert man den Rissbach und wendet sich wieder etwas flussabwärts und folgt den Wegweisern zum Johannistal bzw. zur Falkenhütte. Die Schilder zur Sperrung der Schluchtstrecke beziehen sich anscheinend nur auf Mountainbikes. Als Wanderer kann man dem Weg wohl gut folgen.

Zunächst einmal führt der Weg steil bergauf und man erreicht nach etwa einer Viertelstunde die Schlucht des Johannisbachs. Der Bach hat sich hier tief in die Felsen eingegraben. Die Schluchtwände fallen hier (geschätzt ca. 20-30m) steil ab. Teilweise sind die Wegränder befestigt, an manchen Stellen aber durchaus abgerutscht. Hier ist zumindest Aufmerksamkeit gefordert. Gleichzeitig gibt es aber schöne Blicke hinab in die Schlucht. Wirklich sehenswert.

Am Ende der Schluchtstrecke trifft man auf einen Forstweg, auf dem man nach rechts dem Wegweise Falkenhütte folgt. Kurz darauf trifft auch der oben beschriebene alternative Beginn der Wanderung nach Querung des Johannisbachs auf diesen Forstweg.

Nun geht es eine ganze Weile (ca. 1h) auf dem Forstweg entlang. Links und rechts bieten sich immer wieder Sehenswürdigkeiten:

Johannisbach
Johannisbach

Der Forstweg steigt meist kontinuierlich an (einige Male geht es auch wieder etwas bergab, aber das merkt man erst so recht auf dem Rückweg) und quert auch wieder den Johannisbach. In einer spitzen Rechtskurve hat man die Gelegenheit, den Forstweg (linkerhand) zu verlassen und auf einem schmaleren Pfad weiter bergan zu steigen.Hier befinden wir uns schon unterhalb der (rechts von uns aufragenden Talelespitze und dem Stuhlkopf. Nach ca. 20min treffen wir dann allerdings wieder auf den Forstweg und erreichen nur wenige Meter weiter ein breit ausgewaschenes Bachbett. Hier teilt sich der Weg und es ist mal wieder Zeit sich zu entscheiden: Geradeaus geht es weiter zum kleinen Ahornboden. Von dort aus kann man auch noch zur Falkenhütte aufsteigen. Wir aber queren das Bachbett und folgen dem Hinweis Falkenhütte auf der Mountainbike Strecke. Hier geht es weiter auf einem breiten Forstweg in weiten Kehren den Hang hinauf. Zwischendurch bieten sich immer wieder schöne Ausblicke. Das Bild zeigt den Blick zurück auf die Talelespitze (links) und rechts hinten auf den Stuhlkopf. Leider führt dort kein Wanderweg hoch. Es sieht einfach zu verlockend aus.

Stuhlkopf
Stuhlkopf

In die andere Richtung kann man hier schon den Blick auf die steil aufragende Felswand genießen. In einer Reihe präsentieren sich hier die Dreizinkenspitze, Laliderer Spitze, Kaltwasserkarspitze und Birkkarspitze (alle über 2600m, die Birkkarspitze sogar fast 2750m).

Wir selbst befinden uns nun auf einer Höhe von ca. 1500m und treffen bald darauf auf die Ladizalm (1573), Die Falkenhütte ist zwar von hier aus noch nicht zu sehen. Allerdings scheint sie doch wegen der hoch aufragenden Felswände zum Greifen nahe. Der Eindruck täuscht jedoch. Es sind schließlich noch fast 300 Höhenmeter zu bewältigen. Nach der Ladizalm steigt der Forstweg dann auch erst einmal steil an. Weiter oben teilt sich der Weg noch einmal (nur Fussgänger und die Variante für Mountainbiker) und trifft erst an der Falkenhütte wieder zusammen. Auf dem Rückweg bietet sich als Alternative noch der Umweg über den kleinen Ahornboden. Man trifft dort weiter unten (wie bereits beschrieben) wieder auf die Aufstiegsroute.

Insgesamt muss man für die Wanderung gut 6 Stunden rechnen (davon ca. 3,5-4 Stunden für den Aufstieg), sowie ggfs. noch eine Einkehr auf der Falkenhütte. Die ganz Unermüdlichen können von der Falkenhütte auch noch einen Abstecher auf den Mahnkopf machen (ca. 1h und 200 Höhenmeter extra).

© Jürgen Herr

Ausgangspunkt: Hinterriss, Herzoglicher Alpenhof

Einkehr: Falkenhütte

Gehzeit: ca. 6 Stunden

Höhenmeter: ca. 1000