Samstag, 14. März 2009,
nach einer Woche voller Regen und teilweise immer noch Schnee ist heute der einzige Tag, für den einmal einigermaßen stabiles Wetter ohne Regen angesagt ist (wenn man so drüber nachdenkt, war es die letzte Woche auch stabil: es hat beständig geregnet). Deshalb ist heute Entspannung am Isar Ufer angesagt.

In der letzten Woche waren hier schon viele Wasservögel zu finden. Außer den üblichen Schwänen und Stockenten, gibt es Graugänse, Streifengänse Kanada Gänse und Brandgänse. Letztere sind von allen vorhandenen Gänsearten die agilsten Flieger. Ich habe bisher nicht eine zufriedenstellende Flugaufnahme der beiden Pärchen geschafft.
Außer den Gänsen gibt es dann auch noch verschiedene Entenarten, jede Menge Blessrallen (oder Blesshühner) und Möwen, sowie einige wenige Gänsesäger.

Möwe an der Isar
Möwe an der Isar


Das Wetter ist fast schon ideal. Der Himmel ist dunstig und leicht bedeckt. Bei zu direktem Sonnenlicht sind die Kontraste einfach zu hart. Gerade die Vögel mit teilweise weißem Gefieder (z.B. die männlichen Gänsesäger und die Brandgänse) kann man bei so starken Kontrasten kaum fotografieren. Heute aber halten sich die Kontraste einigermaßen in Grenzen. Außerdem ist die Helligkeit gerade in dem Bereich, das man mit offener Blende auch bei moderaten ISO Einstellungen gut eine Belichtungszeit von einer 1/1000s erreicht. Bei Blende 9 bis 10, mit Polfilter und ISO 100 kommt man jedoch problemlos auf eine Belichtungszeit von ca. 1/100s. Da ist also alles drin, von den knackscharfen Aufnahmen
bis zum Mitzieher.

Möwe
Möwe


Um diese Jahreszeit gibt es noch kein frisches Grün. Bei manchen Fotos ist dies vielleicht ein Nachteil. Hier aber wird dies zum Vorteil. Mit langer Brennweite verschwimmt das gegenüberliegende Isar ufer in der Unschärfe und es treten insbesondere die wunderbar warmen Braun und Rot Töne hervor. Aus meiner Sicht gerade der richtige Hintergrund für die hellen Vögel (Möwen, die älteren Schwäne). Für die jüngeren Schwäne mit ihrem braunen Gefieder wirkt dies nicht so gut. Aber man kann ja schließlich nicht alles haben.
Ein weiterer schöner Aspekt beim Fotografieren an der Isar: Die Tiere sind an dieser Stelle an die Nähe der Menschen gewöhnt. So lassen sich dann auch recht einfach mal eher ungewöhnliche Aufnahmen machen.

Neugierige Schwäne
Neugierige Schwäne


In diesem Fall lag ich mit meiner Kamera flach auf dem Boden. Der Schwan kam dabei teilweise so auf Tuchfühlung, dass ich eine Menge Aufnahmen wegwerfen musste, weil ich so kurz nicht mehr fokussieren konnte. Als ich anschließend dann mit dem Tele auf Möwenjagd ging, legte er sich ganz zutraulich direkt vor mein Stativ.
Es gibt aber durchaus auch Nachteile. Einige Aufnahmen sind eher schwierig, weil sich hier gerade so viele Tiere aufhalten. Ein wunderschöner Massenstart von Jungschwänen, mit einer 1/100s Belichtungszeit trotzdem scharf eingefangen wurde leider ruiniert, weil sich im Vordergrund noch zu viele andere Schwäne aufhielten. Hier fehlte einfach die freie Schussbahn. 
Gegen Mittag beruhigt sich die Vogelschar deutlich. Außerdem wird das Licht erkennbar schlechter. Die Sonne steht jetzt auch im März schon deutlich höher. Insbesondere löst sich aber auch der Dunst etwas auf. Es wird Zeit einzupacken.
Insgesamt bin ich mit meiner Ausbeute zufrieden. Einige schöne Bilder von den Möwen. Die Brandgänse und Gänsesäger sind mir allerdings wieder mal entkommen. Ein guter Grund also, demnächst wieder hier aufzutauchen.
© 2009 Jürgen Herr