Im letzten Jahr verpasst war nun endlich unsere Chance gekommen und wir fuhren, leider sehr gering besetzt, zum 41. Hornschlittenrennen zur Partnachklamm.

Bei gutem Winterwetter (ISO 200-400 war auf Grund des bedeckten Himmels notwendig) postierten wir uns an der Strecke um vor allem einige gute Mitzieher einzufangen.

Die traditionellen Hornschlitten wurden früher bei den Bergbauern als Transportmittel im Winter genutzt: "Der Hornschlitten (auch Horner oder Horen) ist ein spezieller Schlitten und war ursprünglich ein Arbeitsgerät (winterliches Fuhrwerk) der Bergbauern, die damit ihr Heu von abgelegenen Alphütten ins Tal transportierten oder geschlagenes Holz zum Hof beförderten; seit Jahren jedoch wird der Hornschlitten meist nur noch für sportliche Wettbewerbe und als Dekoration verwendet." (Quelle: Wikipedia) Und wie es nun so ist mit der Geburt sportlicher Wettbewerbe, sie entstehen oft aus der spontanen Idee des Kräftemessens, was aus der recht unterhaltsamen Entstehungsgeschichte des Hornschlittenverein Partenkirchen eV hervorgeht: "Im Rahmen einer Wette, wurde ein Hornschlittenrennen bei Nacht für den 6. Januar 1970 von der Partnachalm beschlossen. Gestoppt wurde mit zwei normalen Armbanduhren, die Strecke mit Fackeln beleuchtet, den Startschuss gab mit Gewehr vom Balkon aus der Taubervater. Sieben Schlitten waren am Start, die Siegesfeier im "Fugger" beeindruckte gewaltig ... " (Quelle: Hornschlittenverein Partenkirchen eV).

Die Starterliste an diesem Wintertag bietet alles was in der Schlittenwelt Rang und Namen hat: zB 'De Unberechenbaren aus Goaßa', 'D`Kurvenschlenza', die Mädels der 'D'Waxlstoana Berggams'n', 'Die Holzwürmer', 'De Wuid´n vom Birnbam', die 'Thüringer Jägermeister' , 'D'Schanzer Saublodanschleifer' oder auch 'Luises Buam'. Auf einer Gesamtstrecke von 855m und einem Gefälle von bis zu 25% sausen am Dreikönigstag die 91 Teams auf ihren Schlitten kurvenreich ins Tal und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h. "... Nicht alle erreichen das Ziel in der Nähe des Olympia-Skistadions, für viele endet das Rennen auch schon in irgendeiner Kurve, in der sich das urige Gefährt in seine Einzelteile auflöst. Viel zu gefährlich fürs zarte Geschlecht, das war jahrelang die einhellige Meinung. Erst seit 2005 sind auch Frauen mit von der Partie. ..." (Quelle: reisenews-online) Die Ergebnisse der 41.Bayrischen Meisterschaft sind auf Homepage des Hornschlittenvereins Partenkirchen eV einzusehen.

 Einen gelungenen traditionellen Rahmen für die abschließende Siegerehrung bildeten die beeindruckenden, schießwütigen Böllerschützen.

Sehr viel Unterhaltsames und sogar ein tolles Renntagebuch fand ich später beim Stöbern im Netz und möchte es hier an dieser Stelle noch jedem Schlittenfan empfehlen: SC Traktor Oberwiesenthal.

Abschließend sei hier vor allem auch die sehr gute Rennorganisation des Hornschlittenverein Partenkirchen eV (Parkleitsystem, Glühweinversorgung, animierender Rennkommentator, faire Eintrittspreise) erwähnt, welche das Rennen auch für die zahlreichen Zuschauer zu einer rundum gelungenen Gaudi werden lies. 2011 sind wir wieder dabei!

 

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Wieviel PS hat ein Pferd? Eine visuelle Beantwortung dieser Frage bekamen wir am letzten Sonntag (13.09.09) bei der Vielseitigkeitsprüfung auf dem Gelände des Gestüts Schwaiganger. Im Mittel erreicht ein Pferd über längere Zeit hinweg 1PS bei kurzen Höchstleistungen wie zB beim Springen und Rennen bis zu 15PS.
Gegen 10:00 trafen wir auf der hügeligen Crossstrecke ein, um eine fotografisch geeignete Stelle zu finden. Die Strecke für den Geländeritt, ein Teil der Vielseitigkeitsprüfung, umfasst 3,4 km mit 24 Hindernissen. Zum Glück war das Wetter an diesem Sonntag recht gut (ISO200) und gegen Ende des Turniers kamen sogar ein paar Sonnenstrahlen raus. Wir postierten uns an einem Einsprung am Wasser, da wir verschiedene Techniken - Kurzeitbelichtung, Mitziehtechnik - einsetzen und dabei auch die Dynamik und Kraft dieses Teils der Prüfung einfangen wollten. (Dabei hilft immer umherspritzendes Wasser ;-))

Im Wassergraben
Im Wassergraben


Die Vielseitigkeitsprüfung (früher Military genannt) entstammt geschichtlich aus den Ausbildungsprogrammen der Kavallerie und war nach entsprechender Ausbildung eine Abschlussprüfung für Pferd und Reiter. Aus diesem Ursprung heraus wird deutlich, weshalb so viele unterschiedliche Hindernisse mit besonderen Anforderungen (optische Reize, Gehorsam) zum Einsatz kommen. "...Ein gutes Vielseitigkeitspferd muss rittig und verlässlich sein. Es muss sich bei der Dressurprüfung konzentrieren können und darf sich nicht ablenken lassen. Für die Geländestrecke muss es entsprechend athletisch sein und über den nötigen Mut und hohe Leistungsbereitschaft verfügen. ..." (Quelle: Wikipedia)
Vorteilhaft an unserem Standort war, dass wir drei Hindernisse im Blickfeld hatten. Somit setzten wir während des Geländeritts Brennweiten von 16-400mm ein. Jürgen "betrieb" sogar, mit einigem Geschick, die direkt an einem Hindernis im Gebüsch aufgestellte Kamera mittels Fernauslöser.


Bei den kürzeren Belichtungszeiten besteht die Herausforderung darin, die Bewegung gekonnt einzufangen, sonst entstehen zB recht statisch wirkende Fotos, was manchmal dazu führt, dass ein Pferd eher stehend vor dem Hindernis wirkt, als kurz vor dem Absprung. Beim Einsprung ins Wasser nutzten wir lange (bis 1/40 sec) als auch kurze Zeiten und erhielten somit recht interessante und unterschiedliche Ergebnisse.
Nach dem Geländeteil packten wir unsere Ausrüstung zusammen und schauten uns noch ein wenig auf dem Gestüt Schwaiganger um und stärkten uns bei Grillfleisch, Kartoffelsalat und Apfelküchle im eingerichteten Biergarten des Gestüts.

Weiterer sehr umfangreiche Artikel aus sportlicher Sicht findet Ihr dazu hier:
http://www.weilheimer-pferdefreunde.de/trschwaiganger/20090911/artikelcic15092009.htm
http://www.weilheimer-pferdefreunde.de/trschwaiganger/20090911/artikelcic2009.htm
http://www.weilheimer-pferdefreunde.de/trschwaiganger/20090911/bericht02.pdf
http://www.rc-halali.de/

 
 

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