Manche verstehen es eine Geburtstagsparty zu schmeißen! Und so ließ es Jürgen am 29.01.2009 in Inzell zur Deutschen Eisspeedway Meisterschaft fotografisch so richtig krachen. Ursprünglich planten wir zur WM dorthin zu fahren, entschlossen uns aber, nach einem Hinweis, zur fototechnisch günstigeren DM.

 
 

Pünktlich zum Freien Training gegen 10:00 kamen wir im Eisstadion Inzell an. Bereits auf dem Parkplatz begrüßte uns der typische Motorenlärm. Während des Trainings konnten wir von allen Tribünen bereits vorsondieren, von wo aus wir die Motive am Besten einfangen. Auf Grund des zähen Hochnebels setzten wir bereits erhöhte ISO Werte ein. Bei den Brennweiten bewegten wir uns im Bereich 90 - 300 mm.

Die Sportart wurde bereits 1920 in Schweden erfunden. Auf einer 400m langen Ovalbahn treten jeweils 4 Gladiatoren in 4 Runden gegen einander an (http://www.eisspeedway-wm.de/html_deutsch/index_deutsch.html). Auf den Rädern der Maschinen sind bis zu 200 Spikes (28 mm Länge) am Hinterreifen und 160 vorn montiert, wobei die Verteilung unterschiedlich ist. Auf der "Innenseite" befinden sich mehr Spikes als auf der Außenseite.

Eisspeedway in Inzell
Eisspeedway in Inzell
 

Durch die Spikes und die hohen Beschleunigungswerte werden im Eisspeedway die größten Schräglagen im Motorradsport erreicht (bis zu 70°)  - und das auf blankem Eis! Mit 60PS werden die Motorräder ohne Bremsen auch als "schnellste Kreissägen der Welt" bezeichnet. Sie erreichen mit bis zu 130km/h Topspeed Formel 1 Niveau.

Nach dem Startbandtraining blieben uns noch einige Stunden bis zum Rennen der Deutschen Meisterschaft. Die Zeit nutzten wir für einen Besuch im nahegelegenen Bad Reichenhall.

18:30 begann die Meisterschaft mit der Fahrervorstellung. Auf Grund der Presseausweise hatten wir die Möglichkeit, uns direkt im Innenraum zu bewegen und so extrem nah an die Fahrer und das gesamte Rennen heranzukommen. 18:30 - der erste Start der insgesamt 20 Heats . Zunächst fotografierten wir die Spannung am Start.

Die Arena wird durch Flutlicht ausgeleuchtet und wir setzen, je nach Lichtstärke der Optik, 800-1600 ISO ein um die Belichtungszeiten (max. 1/250) relativ kurz halten zu können.
Bald wechselten wir von der Startgeraden zu den Kurven, um die extremen Schräglagen einzufangen. Mittels Mitziehtechnik, extrem vielen Serienbildern und originellen Einzelaufnahmen konnten wir die einzigartigen Momente einer beeindruckenden Meisterschaft einfangen.

 
Betonung auf SPEED
Betonung auf SPEED


Das Leuchten in den Gesichtern der Sieger zeigte uns abschließend, wie großartig dieser Sport ist. Ich denke, auch wir strahlten auf dem Heimweg.

Ein besonderer Dank gilt dem Pressechef Manfred Peter (DMV-LG Südbayern) für seine Tipps, Infos und die sehr gute Betreuung!

 

© 2009 me

Sonntag, 18. Januar 2009

Es ist endlich mal wieder so weit. Obwohl das Wetter recht durchwachsen ist (weitgehend bedeckter Himmel, durch den die Sonne allenfalls diffus sichtbar wird), geht es heute zeitig Richtung Sylvensteinstausee. Durch den bedeckten Himmel ist man fotografisch schon etwas eingeschränkt. Konturen kommen nicht besonders gut heraus.

Allerdings bietet es auch einige Vorteile:

  • bei Blende 22 und ISO 100 kommt man auf Belichtungszeiten von 1/8 Sekunde;bei Blende 8 und ISO 800 erreicht man immerhin 1/500 Sekunde. Insgesamt hat man damit am Wasser eigentlich viel Spielraum bei den Belichtungszeiten, um das Wasser entweder einzufrieren oder aber schön verschwimmen zu lassen.
  • außerdem reduziert das diffuse Licht die Kontraste, s.d. insbesondere Zeichnung sowohl in Schnee und Eis als auch in den Schatten bleibt

Die erste Station ist denn auch die Walchenklamm. Die erreicht man recht einfach, wenn man am Sylvenstein der Straße zum Achensee folgt. Kaum hat man den Sylvenstein hinter sich gelassen, sieht man auf der linken Seite einen Parkplatz. Gut 50m zurück in Richtung Sylvenstein Stausee geht auf der anderen Seite ein Wanderweg ab (Wegweiser Demeljoch). Diesem Wanderweg muss man nur wenige Minuten folgen und erreicht eine Brücke über die Walchenklamm. Hier bieten sich bereits einige fotografische Möglichkeiten. Im Winter ist man aber etwas eingeschränkt. Ohne entsprechende Ausrüstung solte man auf den schnee- und eisbedeckten Hängen eher nicht zu viel rumklettern. Die Kamera könnte ein unangenehmes Bad nehmen.

Zur zweiten Station geht es auf der Straße Richtung Achensee weiter. Wenige Kilometer weiter gibt es den nächsten Parkplatz auf der linken Seite. Und wieder geht es auf der rechten Seite über einen Waldweg zur Walchen. Hier fliesst sie über einige Felsen und verschwindet dann in der Klamm.

Vereiste Walchenklamm
Vereiste Walchenklamm

Über den Felsen bilden sich im Winter bizarre Eisformationen. Hier kann man auch im Winter einigermaßen unproblematisch auf Motivsuche gehen.

Und weiter ging es zur nächsten Station: Zurück in Richtung Sylvenstein Stausee und dann der Straße Richtung Vorderriß folgen. Auf dem zugefrorenen Stausee sieht man einigermaßen risikofreudige Eishockeyspieler und Langläufer. Na ja, wenns denn sein muss.

Hinter dem Ort Fall am oberen Ende des Sylvensteinstausees gibt es einige eisfreie Kanäle (verursacht durch die leichte Strömung des Zuflusses). Hier bietet sich ein schöner Blick über den See auf die andere Seite. Von oben von der Straße aus finde ich allerdings keine gescheite Perspektive. Der Hang fällt steil ab und bietet keinen guten Vordergrund. Gleichzeitig reichen die 70mm, die ich dabei habe aber auch nicht für einen Ausschnitt der anderen Seite. Also weiter nach rechts auf dem Fussweg. Hier geht es bergab zum Seeufer. Nach einer kleinen, unerwarteten Rutschpartie auf einer Eisplatte (die zum Glück 30cm vor dem Ufer endet) bietet sich dann doch noch der richtige Ausblick:

Winterlicher Sylvenstein
Winterlicher Sylvenstein

Weiter geht es anschließend, vorbei an Vorderriss in Richtung Hinterriss. Kurz hinter der Oswaldhütte führt die Straße über eine Brücke. Kurz darauf folgt auf der linken Seite ein Parkplatz. Zurück zur Brücke bietet sich ein schöner Blick in die Klamm. An den steilen Felswänden haben sich bizarre Eiszapfen gebildet, teilweise in wunderschöner blau-grüner Farbe:

Eisgalerie am Rissbach
Eisgalerie am Rissbach

Gerne hätte ich hier noch nach einer besseren Perspektive gesucht. Leider sind die Hänge aber ziemlich steil und stark vereist. Ohne Seilsicherung geht da leider nichts.

Auf dem weiteren Weg nach Hinterriss gibt es noch viele schöne Fotogelegenheiten. Insbesondere kurz vor Hinterriss gibt es einen schönen Blick über den Rissbach mit den Bergspitzen des Karwendel im Hintergrund. Allerdings hebe ich mir dieses Motiv doch für einen anderen Tag auf. Dafür brauche ich Dunstschleier über dem Rissbach und morgendliches Gegenlicht. Man muss ja nicht alles auf einmal machen. Vielleicht schleppe ich ja den Rest des Teams noch mal her.

© 2009 Jürgen Herr